Bläddle 05.02.2011 Umzug Ulm

Steckbrief zum Ulmer Spatz, großer Narrensprung in Ulm am Sonntag, 06. Februar 2011 um 13.00 Uhr  ( 202 )

Wir haben zugesagt, aber:
Unsere Bitte von Narrenherzen,
einen Platz am Umzugsende tut weh, macht Schmerzen.
Sagt es eurem Narrenbüttel,
Platz soll`s sein, im ersten Drittel.

Weil wir annahmen, dass der Umzug in Ulm nicht so klein ausfalle, die Umzugsstrecke sich „ziehen“ wird und wir nicht mehr ganz von „gestern“ sind, haben wir die Lebensweisheit : „Der kluge Mann“...... umgeändert in : Der kluge Narr möchte gern vorne laufen. Als jetzt die Zusage von Ulm ankam und darin feststellten, dass am Umzug 139 Zünfte / Gruppen laufen werden, sind wir Krautscheißer mit unserer Lauf – Nr. 52 noch fast im ersten Drittel. Also freuen wir uns auf Ulm - wer kennt nicht Ulm. Schöne Altstadt, Fachwerkhäuser, Donauufer, Fischerviertel, Kornhaus, Münster mit Münsterplatz, Rathaus mit wunderbarer Fassade und astronomischer Uhr. Das alles am Ende von Baden Württemberg. Dann die Donau, den Grenzfluss zu Bayern, denn, Neu – Ulm liegt schon Auf dem Balkan, ist aber auch Blau – Weiß.

Aus der Ulmer Narrengeschichte war zu erfahren, dass sie noch nie zu den Fastnachtshochburgen gehörten. Doch dürfte die Art der fastnächtlichen Unterhaltung ebenso verbreitet gewesen sein, wie in anderen mittelalterlichen Städten. Gefunden wurde auch, dass das Ulmer Fischerstechen auf eine zünftige Fastnachtsveranstaltung zurückzuführen sei. Die Übung im Frühjahr, mit einem Schiff umherzuziehen, ist verwandt mit dem sogenannten Pflugziehen. Ausrichter, so in der Zeit um 1530, war die Weberzunft..

Als Ulm, ehemals bayerisch – vorwiegend katholisch war, bekam das fastnächtliche Treiben eine reelle Chance. Aus einem Bericht ist zu entnehmen, dass Zuwanderer aus Bayern, die Freude an der Fastnacht  sozusagen eingeschleppt haben sollen. Bei Schlittenfahrten waren bereits in 1844 schon 750 Masken zu sehen. Heute besteht Ulm aus zwei Lagern. Einmal haben sie zahlreiche Karnevalsgesellschaften, Prinz und Prinzessin, also Rheinischer Karneval. Zum anderen, wird die Schwäbisch Alemannische Fastnacht gelebt, sprich Narren in Maske und Häs. Und weil sie sich organisiert haben, die Narren, gehören sie zum Alemannischen Narrenring, pflegen wie wir, das schöne Brauchtum, sind eine intakte Narrenzunft mit der Betonung auf Neuzeit.

Zwischenzeitlich besteht die Ulmer Narrenzunft aus sechs Maskengruppen und rund 500 Mitgliedern. Um auf ihren Narrenruf zu kommen, steht eine Hexe Pate, eine der wenigen Hexen in der Fastnacht, die tatsächlich auf Hexenverbrennungen zurückzuführen ist. Sie streckte den Bürgern die Zong raus, da sie dem Scheiterhaufen entkommen war. Daher auch der Narrenruf der Narrenzunft Ulm. Ganz sicher haben dann die weiteren fünf Maskengruppen auch je eine Legende, lassen wir es aber dabei bewenden. Schließlich gibt es für den Besucher eine Umzugsaufstellung mit Name der Gruppe. Vorsicht! Wer einem Narr den falschen Narrenruf zurück ruft, muss mit Reaktion rechnen, schlimmstenfalls wird er mitgenommen, sich wehren ist zwecklos.

Wenn wir heute nach Ulm kommen, ist von einer typisch bayerischen Stadt nicht mehr viel  zu erkennen. Durch einen Staatsvertrag zwischen Bayern und Württemberg wird Ulm gegen den Willen der Bevölkerung 1810 zu einer königlichen württembergischen Stadt. Hier war dann die „Fastnachterei“ nicht mehr gern gesehen, es ist bekannt, dass von Stuttgart aus, sogar Verbote ausgesprochen wurden. Wenn man will, ist die organisierte Fasnacht in Ulm lange Jahre brach gelegen. Die heutige Narrenzunft Ulm gibt es noch gar nicht so lange. Vielmehr waren es bis in die neunziger Jahre, mehrere kleine „Stadtteilzünfte“. Heute sind sie zusammengeschlossen, treten als Narrenzunft Ulm auf. Sie haben es geschafft, in ihrer historischen Altstadt einen großen Narrensprung zu veranstalten, siehe oben, 139 teilnehmende Zünfte / Gruppen. Übrigens, vom Zusammenschluss kleinerer Zünfte / Gruppen, sind wir auch in unserer Region noch weit weg. Viele haben für sich die Fastnacht und die Brauchtumspflege neu entdeckt. Dazu gleich einen Vorstand mit Titel – man ist jemand – nix Globalisierung. Jetzt ist doch auch zu verstehen, wie so ein Mammut – Umzug zustande kommt. Jedes kleine teilnehmende Häuflein, meistens Hexen, will erwähnt sein – bekommt eine Nummer – und schon ist man wer.

Weil wir Krautscheißer in jeder Fastnacht ein „High Light“ anstreben, gehen wir eben mal in 2011 nach Ulm. Ist ja auch nicht so weit, gut 80 Kilometer werden es sein. Über Merklingen – Autobahn, über Blaubeuren, über Ehingen, es nimmt sich alles nicht viel. Wer will und kann, gehen Sie mal wieder nach Ulm, jetzt wäre gerade Fastnacht, sage Fasnet.

HD
Kanzellar.

Narrenweisheit
Wie der Acker, so die Ruben,
wie der Vater, so die Buben.

Steckbrief zum Ulmer Spatz, großer Narrensprung in Ulm am Sonntag, 06. Februar 2011 um 13.00 Uhr  ( 202 )

 

Wir haben zugesagt, aber:

Unsere Bitte von Narrenherzen,

einen Platz am Umzugsende tut weh, macht Schmerzen.

Sagt es eurem Narrenbüttel,

Platz soll`s sein, im ersten Drittel.

 

Weil wir annahmen, dass der Umzug in Ulm nicht so klein ausfalle, die Umzugsstrecke sich „ziehen“ wird und wir nicht mehr ganz von „gestern“ sind, haben wir die Lebensweisheit : „Der kluge Mann“...... umgeändert in : Der kluge Narr möchte gern vorne laufen. Als jetzt die Zusage von Ulm ankam und darin feststellten, dass am Umzug 139 Zünfte / Gruppen laufen werden, sind wir Krautscheißer mit unserer Lauf – Nr. 52 noch fast im ersten Drittel. Also freuen wir uns auf Ulm - wer kennt nicht Ulm. Schöne Altstadt, Fachwerkhäuser, Donauufer, Fischerviertel, Kornhaus, Münster mit Münsterplatz, Rathaus mit wunderbarer Fassade und astronomischer Uhr. Das alles am Ende von Baden Württemberg. Dann die Donau, den Grenzfluss zu Bayern, denn, Neu – Ulm liegt schon Auf dem Balkan, ist aber auch Blau – Weiß. 

 

Aus der Ulmer Narrengeschichte war zu erfahren, dass sie noch nie zu den Fastnachtshochburgen gehörten. Doch dürfte die Art der fastnächtlichen Unterhaltung ebenso verbreitet gewesen sein, wie in anderen mittelalterlichen Städten. Gefunden wurde auch, dass das Ulmer Fischerstechen auf eine zünftige Fastnachtsveranstaltung zurückzuführen sei. Die Übung im Frühjahr, mit einem Schiff umherzuziehen, ist verwandt mit dem sogenannten Pflugziehen. Ausrichter, so in der Zeit um 1530, war die Weberzunft..

 

Als Ulm, ehemals bayerisch – vorwiegend katholisch war, bekam das fastnächtliche Treiben eine reelle Chance. Aus einem Bericht ist zu entnehmen, dass Zuwanderer aus Bayern, die Freude an der Fastnacht  sozusagen eingeschleppt haben sollen. Bei Schlittenfahrten waren bereits in 1844 schon 750 Masken zu sehen. Heute besteht Ulm aus zwei Lagern. Einmal haben sie zahlreiche Karnevalsgesellschaften, Prinz und Prinzessin, also Rheinischer Karneval. Zum anderen, wird die Schwäbisch Alemannische Fastnacht gelebt, sprich Narren in Maske und Häs. Und weil sie sich organisiert haben, die Narren, gehören sie zum Alemannischen Narrenring, pflegen wie wir, das schöne Brauchtum, sind eine intakte Narrenzunft mit der Betonung auf Neuzeit.

 

Zwischenzeitlich besteht die Ulmer Narrenzunft aus sechs Maskengruppen und rund 500 Mitgliedern. Um auf ihren Narrenruf zu kommen, steht eine Hexe Pate, eine der wenigen Hexen in der Fastnacht, die tatsächlich auf Hexenverbrennungen zurückzuführen ist. Sie streckte den Bürgern die Zong raus, da sie dem Scheiterhaufen entkommen war. Daher auch der Narrenruf der Narrenzunft Ulm. Ganz sicher haben dann die weiteren fünf Maskengruppen auch je eine Legende, lassen wir es aber dabei bewenden. Schließlich gibt es für den Besucher eine Umzugsaufstellung mit Name der Gruppe. Vorsicht! Wer einem Narr den falschen Narrenruf zurück ruft, muss mit Reaktion rechnen, schlimmstenfalls wird er mitgenommen, sich wehren ist zwecklos.

 

Wenn wir heute nach Ulm kommen, ist von einer typisch bayerischen Stadt nicht mehr viel  zu erkennen. Durch einen Staatsvertrag zwischen Bayern und Württemberg wird Ulm gegen den Willen der Bevölkerung 1810 zu einer königlichen württembergischen Stadt. Hier war dann die „Fastnachterei“ nicht mehr gern gesehen, es ist bekannt, dass von Stuttgart aus, sogar Verbote ausgesprochen wurden. Wenn man will, ist die organisierte Fasnacht in Ulm lange Jahre brach gelegen. Die heutige Narrenzunft Ulm gibt es noch gar nicht so lange. Vielmehr waren es bis in die neunziger Jahre, mehrere kleine „Stadtteilzünfte“. Heute sind sie zusammengeschlossen, treten als Narrenzunft Ulm auf. Sie haben es geschafft, in ihrer historischen Altstadt einen großen Narrensprung zu veranstalten, siehe oben, 139 teilnehmende Zünfte / Gruppen. Übrigens, vom Zusammenschluss kleinerer Zünfte / Gruppen, sind wir auch in unserer Region noch weit weg. Viele haben für sich die Fastnacht und die Brauchtumspflege neu entdeckt. Dazu gleich einen Vorstand mit Titel – man ist jemand – nix Globalisierung. Jetzt ist doch auch zu verstehen, wie so ein Mammut – Umzug zustande kommt. Jedes kleine teilnehmende Häuflein, meistens Hexen, will erwähnt sein – bekommt eine Nummer – und schon ist man wer.

 

Weil wir Krautscheißer in jeder Fastnacht ein „High Light“ anstreben, gehen wir eben mal in 2011 nach Ulm. Ist ja auch nicht so weit, gut 80 Kilometer werden es sein. Über Merklingen – Autobahn, über Blaubeuren, über Ehingen, es nimmt sich alles nicht viel. Wer will und kann, gehen Sie mal wieder nach Ulm, jetzt wäre gerade Fastnacht, sage Fasnet.     

 

HD

Kanzellar.

 

Narrenweisheit

Wie der Acker, so die Ruben,

wie der Vater, so die Buben.

Steckbrief zum Ulmer Spatz, großer Narrensprung in Ulm am Sonntag, 06. Februar 2011 um 13.00 Uhr  ( 202 )

Wir haben zugesagt, aber:

Unsere Bitte von Narrenherzen,

einen Platz am Umzugsende tut weh, macht Schmerzen.

Sagt es eurem Narrenbüttel,

Platz soll`s sein, im ersten Drittel.

Weil wir annahmen, dass der Umzug in Ulm nicht so klein ausfalle, die Umzugsstrecke sich „ziehen“ wird und wir nicht mehr ganz von „gestern“ sind, haben wir die Lebensweisheit : „Der kluge Mann“...... umgeändert in : Der kluge Narr möchte gern vorne laufen. Als jetzt die Zusage von Ulm ankam und darin feststellten, dass am Umzug 139 Zünfte / Gruppen laufen werden, sind wir Krautscheißer mit unserer Lauf – Nr. 52 noch fast im ersten Drittel. Also freuen wir uns auf Ulm - wer kennt nicht Ulm. Schöne Altstadt, Fachwerkhäuser, Donauufer, Fischerviertel, Kornhaus, Münster mit Münsterplatz, Rathaus mit wunderbarer Fassade und astronomischer Uhr. Das alles am Ende von Baden Württemberg. Dann die Donau, den Grenzfluss zu Bayern, denn, Neu – Ulm liegt schon Auf dem Balkan, ist aber auch Blau – Weiß.

Aus der Ulmer Narrengeschichte war zu erfahren, dass sie noch nie zu den Fastnachtshochburgen gehörten. Doch dürfte die Art der fastnächtlichen Unterhaltung ebenso verbreitet gewesen sein, wie in anderen mittelalterlichen Städten. Gefunden wurde auch, dass das Ulmer Fischerstechen auf eine zünftige Fastnachtsveranstaltung zurückzuführen sei. Die Übung im Frühjahr, mit einem Schiff umherzuziehen, ist verwandt mit dem sogenannten Pflugziehen. Ausrichter, so in der Zeit um 1530, war die Weberzunft..

Als Ulm, ehemals bayerisch – vorwiegend katholisch war, bekam das fastnächtliche Treiben eine reelle Chance. Aus einem Bericht ist zu entnehmen, dass Zuwanderer aus Bayern, die Freude an der Fastnacht  sozusagen eingeschleppt haben sollen. Bei Schlittenfahrten waren bereits in 1844 schon 750 Masken zu sehen. Heute besteht Ulm aus zwei Lagern. Einmal haben sie zahlreiche Karnevalsgesellschaften, Prinz und Prinzessin, also Rheinischer Karneval. Zum anderen, wird die Schwäbisch Alemannische Fastnacht gelebt, sprich Narren in Maske und Häs. Und weil sie sich organisiert haben, die Narren, gehören sie zum Alemannischen Narrenring, pflegen wie wir, das schöne Brauchtum, sind eine intakte Narrenzunft mit der Betonung auf Neuzeit.

Zwischenzeitlich besteht die Ulmer Narrenzunft aus sechs Maskengruppen und rund 500 Mitgliedern. Um auf ihren Narrenruf zu kommen, steht eine Hexe Pate, eine der wenigen Hexen in der Fastnacht, die tatsächlich auf Hexenverbrennungen zurückzuführen ist. Sie streckte den Bürgern die Zong raus, da sie dem Scheiterhaufen entkommen war. Daher auch der Narrenruf der Narrenzunft Ulm. Ganz sicher haben dann die weiteren fünf Maskengruppen auch je eine Legende, lassen wir es aber dabei bewenden. Schließlich gibt es für den Besucher eine Umzugsaufstellung mit Name der Gruppe. Vorsicht! Wer einem Narr den falschen Narrenruf zurück ruft, muss mit Reaktion rechnen, schlimmstenfalls wird er mitgenommen, sich wehren ist zwecklos.

Wenn wir heute nach Ulm kommen, ist von einer typisch bayerischen Stadt nicht mehr viel  zu erkennen. Durch einen Staatsvertrag zwischen Bayern und Württemberg wird Ulm gegen den Willen der Bevölkerung 1810 zu einer königlichen württembergischen Stadt. Hier war dann die „Fastnachterei“ nicht mehr gern gesehen, es ist bekannt, dass von Stuttgart aus, sogar Verbote ausgesprochen wurden. Wenn man will, ist die organisierte Fasnacht in Ulm lange Jahre brach gelegen. Die heutige Narrenzunft Ulm gibt es noch gar nicht so lange. Vielmehr waren es bis in die neunziger Jahre, mehrere kleine „Stadtteilzünfte“. Heute sind sie zusammengeschlossen, treten als Narrenzunft Ulm auf. Sie haben es geschafft, in ihrer historischen Altstadt einen großen Narrensprung zu veranstalten, siehe oben, 139 teilnehmende Zünfte / Gruppen. Übrigens, vom Zusammenschluss kleinerer Zünfte / Gruppen, sind wir auch in unserer Region noch weit weg. Viele haben für sich die Fastnacht und die Brauchtumspflege neu entdeckt. Dazu gleich einen Vorstand mit Titel – man ist jemand – nix Globalisierung. Jetzt ist doch auch zu verstehen, wie so ein Mammut – Umzug zustande kommt. Jedes kleine teilnehmende Häuflein, meistens Hexen, will erwähnt sein – bekommt eine Nummer – und schon ist man wer.

Weil wir Krautscheißer in jeder Fastnacht ein „High Light“ anstreben, gehen wir eben mal in 2011 nach Ulm. Ist ja auch nicht so weit, gut 80 Kilometer werden es sein. Über Merklingen – Autobahn, über Blaubeuren, über Ehingen, es nimmt sich alles nicht viel. Wer will und kann, gehen Sie mal wieder nach Ulm, jetzt wäre gerade Fastnacht, sage Fasnet.

HD

Kanzellar.

Narrenweisheit

Wie der Acker, so die Ruben,

wie der Vater, so die Buben.

Bläddle 02.02.2011 Narrenausrüstung

Fastnachtsglöckchen von der Narrenkappe bis zum Schuhwerk, so die Narrenausrüstung in Silber, Messing, Kupfer bis hin zu brüniert. ( 201 )

Geschellnarren, so werden sie genannt, die vielen fastnächtlichen Maskenfiguren, nur so lässt sich die Gestalt eines Narren erklären. Schon immer wurden die Tage vor der Fastenzeit zum Anlass genommen, Lebensfreude mittels Lärminstrumenten, Ausdruck zu verleihen. Geht man zu einem Narrensprung, sieht so ein Geschellnarr oft verschieden aus. Je nach Zunft werden die Schellen über den Schultern, an Ledergurten, oder direkt am Häs getragen. Aber auch „um den ganzen Ranzen rum“, sage Leib, erklingen Glöckchen, Rollen, oder eben aber Schellen. In unserer Schwäbisch Alemannischen Fastnacht werden sie sprachlich nur noch vereinzelt unterschieden, dennoch gibt es wie im Leben, „den kleinen Unterschied“.

Vereinfacht sei gesagt, dass man unter Rollen, runde Hohlkugeln mit Löchern und Schallschlitzen versteht. Im Inneren befindet sich ein geschmiedetes Kugellagerkügelchen, das dann der dünnwandigen Hohlkugel einen hervorragenden Klang gibt. Zur Verschönerung gehen dann die Rollen, aus Eisenblech, in einen galvanischen Betrieb und werden verkupfert, oder vernickelt – und sind fertig. Einst wurden die Blechrollen in vielen kleinen Sensen- und Sichelschmieden aus ausrangierten Werkzeugteilen getrieben oder gedengelt. Beim „Treiben“ mussten zwei runde Metallstücke, langsam zu Halbschalen gehämmert werden. Diese äußerst mühevolle Arbeit wäre heutzutage mit enorm hohen Kosten verbunden. Heute wird „kaltgeschmiedet“, das „Dengeln“ oder „Drücken“ wird in großen Serien mit ausgeklügelter Technik, günstigst hergestellt. Hier bei einer Betriebsbesichtigung mal so eine Rollergeburt zu erleben ist fast nicht möglich, alle Hersteller halten sich sehr bedeckt.

Bei „Licht besehen“, sprechen viele Narren von Ihrem „Geschell“, abgeleitet von „Schellen“. Hier sind wir Krautscheißer und Kochhafen, streng genommen auch auf dem „Holzweg“, haben wir doch Rollen an unserem Häs. Holzweg hin – Holzweg her, sie sollen schellen, unsere Gurte, über Kreuz auf den Schultern getragen, in Einser – Zweier- oder Dreierreihen. Bekannt sind auch gegossene Rollen aus Bronze. Hier ist die Herstellung umfangreicher, ist in Gießereibetrieben zu finden. Die gegossenen Rollen sind um Einiges schwerer, daher auch teurer, haben aber eine schöneren Klang, zu hören an den Villinger „Elitenarren“.

Eine weitere Art sich als Narr bemerkbar zu machen, sind Schellen, sprich Glocken. Auch sie werden in Gießereien hergestellt und anschließend matt oder glänzend „verfeinert“ Im Inneren ist ein Klöppel angebracht, der beim Springen den feinen Schellenklang erzeugt. Weil so eine gegossene Schelle von Natur aus schwerer ist, aus edlerem Metall besteht, ist sie auch nicht ganz billig. Es gibt Schellnarren, z.B. in Wilflingen, die in Vierer- oder Fünferreihen ihre Schellenriemen auf der Hüfte tragen. Das verleiht dem Narr ein eindrucksvolles Bild mit einem gewaltigen Klangerlebnis. Die etwas günstigere Variante sind die kleinen Glöckchen aus Blech hergestellt. Doch egal, wie klein oder groß, wie teuer oder günstig die Schellen letztlich sind: Ihr Klang bedeutet für eingefleischte Narren mehr als die schönste Melodie.

Am kommenden Sonntag, 06.02.2011 findet in Ulm ein größerer Narrensprung statt, wir berichten noch. Was uns Krautscheißer beflügelt teilzunehmen, ist der Reiz, der schönen Ulmer Altstadt, die Kulisse, ein Pendant zu Umzügen im heimischen ländlichen Raum. Knöcheltief im „Sumpf“, im überfülltem Bierzelt auf der Alb zu stehen, das haben wir hinter uns, es kann nur noch besser werden. Unseren Narrenfreunden raten wir daher immer zu festem Schuhwerk, Turnschuhe und Fastnacht ist höchstens nur im Saal zu empfehlen. Haben Sie, liebe geneigte närrisch Interessierte, eine schöne Fastnacht, sage Fasnet.

HD
Kanzellar.

Narrenweisheit
Nicht an Güter hänge dein Herz,
die das Leben vergänglich zieren.
Wer im Glück ist, lerne den Schmerz,
wer im Schmerz ist, lerne das Verlieren.

Bläddle 29.01.2011 Nachtumzug Eningen

Steckbrief zum 8. Nachtumzug unter der „Achel“, in Eningen, am Freitag, 04.02. Februar 2011, 19.00 Uhr ( 200 )

Kein Brennalkohol – genannt „Hardgas“,
so die offizielle Einladung der Eninger „Häbleswetzer“ zu ihrem nun schon achten Nachtumzug. Es wird dennoch keine Veranstaltung einer alkoholfreien Zone sein, so abstinent sind sie nun mal auch nicht, die Eninger Narren. Hier soll eben beispielhaft demonstriert sein, dass auf den Jugendschutz besonderen Wert gelegt wird. Hat man doch einige Erfahrungen hinter sich. Nicht der Narr im schönen Häs, vielmehr hauptsächlich jugendliche „zivile“ Umzugsbesucher, haben sich mit Hochprozentigem gern über Gebühr angefreundet.

Nun soll aber nicht unbedingt am Reiz der schönen Eninger Nachtumzüge „gekratzt“ werden. Wir Unterhausener Krautscheißer gehen immer wieder gern nach Eningen, der Umzug, so in der Dunkelheit, macht so richtig Laune, hat etwas „geisterhaftes“.

Eningen nennt sich „bei Tag“ besehen, Erholungsort mit langer Geschichte, hatte schon arme Zeiten hinter sich, dafür herrliche Umgebung. Betont wird die geschützte Lage, keine rauhen Winde, keine drückende Hitze, herrliche frische Luft. Einfach ein mildes gesundes Klima, zum Obstanbau sehr geeignet. Der Weinanbau ohne sich wohl nicht mehr, so haben sie es einschlafen lassen. Das aber war dann der „Aufhänger“ für die Gründung einer Narrenzunft, für eine Eninger Fastnacht mit Narren im Häs.

Bläddle 26.01.2011 Narrensprung Neukirch

Steckbrief zum Narrensprung in Neukirch / Tettnang am Sonntag, 30. Januar 2011, 13.30 Uhr  ( 199 )

Gelebte Fastnacht, dafür ist das schwäbische Oberland , man kann sagen, „beseelt“. Allein die Narren in Weingarten nennen sich Plätzlerzunft Altdorf – Weingarten 1348 e.V. Scherzhaft steht für „e.V.“ nicht nur „eingetragener Verein“, sondern auch „eventuell verlogen“. Die ordentliche Gründung erfolgte dann in 1928, beispielhaft für reichlich weitere namhafte ehrwürdige Zünfte im oberschwäbischen Raum. Auch unser Gastgeber, die Narrenzunft Neukirch, kann auf ihre Entstehung bis in das Jahr 1947 zurückblicken. Also haben wir Krautscheißer gesagt, könnte nicht schlecht sein, hat bestimmt Niveau, werden tolle Narren zu sehen sein. Nach nunmehr bei uns reichlich eingegangenen Einladungen, die Erste stammt aus dem Jahre1996, fiel uns für eine erneute Absage keine so richtig glaubhafte Entschuldigung mehr ein, kurzum, Zusage, wir kommen.
Aber nicht nur die Fastnacht macht den netten Flecken Neukirch aus. Man spricht vom Hinterland vom Bodensee, hat aber dennoch den vollen Reiz der wunderbaren Landschaft. Durch die Nähe zum See, zu Österreich, zur Schweiz, sowie zur bayerischen Nachbarschaft, gibt es Möglichkeiten hoch Drei, seine Freizeit zu gestalten. Wenn wir Lichtensteiner es auch so wollten - zwei Stunden Anfahrt sind erst mal drin. Ja und dann haben sie in der herrlichen Gegend noch mehr. Man spricht vom Bodenseeobst, vom Hopfen, vom Spargel und Schnäpse vom Feinsten. Lassen wir es genug sein, unser schönes Echaztal ist auch zum Vorzeigen, hat seinen Reiz. Weil der Volksmund sagt, dass Reisen bildet, schauen Sie, lieber geneigter Leser, sich eben auch mal Neukirch an, auch wir Narren wären da.
Rückblickend kann gesagt werden, dass wir heuer schon schöne Stunden auf d´r Gass´ und im Saal erlebt haben. Der Umzug in Münsingen  war fast zu voll belegt. Erste Zuschauer waren schon auf dem Heimweg, obwohl noch nicht alle Gruppen im Umzug waren. Auch hatte der Umzug reichliche Löcher, entsprechend war dann auch die Stimmung der Besucher. Dennoch war der Veranstalter bemüht, seine Gäste willkommen zu heißen, für seine Mühe sagen wir vielen Dank.
Am Sonntag, 13.02. richtet das Narrennest Steinhilben ebenfalls einen herzhaften Narrensprung aus. Hier ist dann die Umzugsstrecke nicht so lang . Wir freuen uns auf ein gelungenes Ringtreffen unserer Vereinigung mit schön herausgeputzten Narren und Kapellen. Gehen Sie, liebe Besucher davon aus, dass dort etwa 35 – 40 Zünfte / Gruppen am Umzug teilnehmen. Wie gewohnt, wird Steinhilben für seinen Umzug noch selbst die Werbetrommel rühren. Wir machen uns noch weiterhin auf den Weg, freuen uns auf bekannte Gesichter und sagen weiterhin: Haben Sie eine schöne Fastnacht, sage Fasnet.

HD
Kanzellar

Narrenweisheit
Ob arm, ob reich, ob dick, ob dünn,
in jedem ist ein gutes Stück.
Vom Hampelmann jedoch vom Fuße bis zum Scheitel,
alles an dem Kerl ist eitel.